Incarnate
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Eine kollaborative Ausstellung der Langen Foundation und Julia Stochek Foundation
Am Samstag, dem 14. März führte die Exkursion der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Köln e.V. unter Leitung von Herrn Dr. Wilhelm Krieger zur Raketenstation Hombroich mit der Foundation Langen, dem 2004 eröffneten Museumsbau des japanischen Architekten Tadao Ando. Dort erwartete uns Herr Notthoff, der uns sehr kenntnisreich durch die Ausstellung und Architektur führte.
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Schon der Eingangsbereich mit dem bogenförmig gestalteten fensterförmigen Zugang entlang blühender Kirchbäume, den in der Wasserfläche gespiegelten Eingangsbereich mit Empore und schwebendem Glasquader geben Hinweise auf die traditionelle japanische Architektur mit einer „engawa“(einer das Gebäude umgebenden überdachten Veranda).
Die einzigartige Verwendung des Baustoffes Beton mit der äußerst präzisen Verarbeitung von Schalungsbrettern mit Wachsoberfläche und speziellen Beimischungen verleihen ihm die glatte, fast samtartige und ungewöhnlich homogene Oberfläche. Das Maß von neunzig auf einhundertachtzig Zentimeter ist das Modular-Maß der bekannten Tatami-Fußbodenmatte. Durchbrochen wird dies Maß von den runden Einbuchtungen der ehemaligen Fixierschrauben (zwei wären technisch möglich, vier wegen der gleichen Schreibweise wie der Tod vermieden und sechs als Designelement bewusst gewählt) der Verschalungselemente.
Der zweite Bau des japanischen Architekten Tadao Ando ist dem Erschaffer des Kulturraums der Museumsinsel Hombroich, Herrn Karl-Heinz Müller und der Stifterin und Bauherrin Frau Marianne Langen zu verdanken. Auf dem ehemaligen Nato-Gelände der Raketenstation haben sie aus eigenen Mittel und Sammlungsbeständen diesen einzigartigen Museumsbau und Kulturraum geschaffen.
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Der Name der Ausstellung „INCARNATE“ oder Inkarnation, die Menschwerdung einer Gottheit oder Seele im Christentum und Buddhismus oder im Hinduismus mit Krishna als Avatar sind Themen, die durch die Objekte und Gottheiten asiatischer Kunst der Sammlung Viktor und Marianne Langen erstmals der Sammlung Videokunst der Julia Stoschek Collection zusammen- und gegenüber gestellt werden.
Im sogenannten Japanraum der Langen Fondation zeigt sich eine Auswahl großformatiger sechsteiliger Faltbildschirme der Kanō-Schule (Edo-Zeit 17. Jahrhundert) mit Wasservögeln und Wellen, der Rinpa-Schule (Momoyama- und Edo-Zeit 16. bis 17. Jahrhundert) mit Blumen und Gräsern der vier Jahreszeiten und aus der Werkstatt Tawaraya Sōtatsu der Edo-Zeit mit bemalten Fächern, welche Landschaftmotive oder Themen japanischer Literatur aufgreifen. Gegenübergestellt zeigen sich die großformatige Videoprojektionen „Dunking“ von Jen DeNike von 2003 mit ringenden Männern im Wasser sowie „Swallow“ von Laure Prouvost von 2013 mit visuellen Verlockungen badender Frauen und flüsterndem Mund.
Nach weiteren experimentellen Videoarbeiten lässt die bekannte Installation „Shigeko´s Buddhas“ von Nam June Paik von 1986 innehalten. Drei antike Buddhaskulpturen blicken auf drei kleine Monitore, die Videos des Choreografen Merce Cunningham, des Komponisten John Cage und des Künstler Marcel Ducamp in Endlosschleife zeigen.
In einer für das Auge nicht erkennbaren rotierenden Membran entsteht in einer holographischen LED-Display Projektion nahezu freischwebend eine hybride Kreatur aus Max Ernst Gemälde „Der Hausengel (1937)“. Diese Kreatur aus Drache, Pferd, Vogel und Mensch und einer weiteren kleinen grünen Kreatur zeigen einen nicht endenden ringkampfartigen Kreislauf als Symbol und Vorzeichen sich wiederholender Geschichte der Krisen und Kriege. „L´Ange du foyer“ (Vierte Fassung), 2019, von Cyprien Gaillard
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In der großen Ausstellungshalle zum Abschluss stehen der Großprojektionsfläche mit der Arbeit „DOKU: The Flow“ von Lu Yang von 2023 Buddhastatuen und Boddhisattvas in Meditationshaltungen gegenüber.
Die Langprojektion zeigt einen geschlechtslosen humanoiden Avatar nach dem eigenen Abbild des Künstlers, den wir durch surreale Landschaften begleiten und lassen uns mit dem Avatar die fünf großen Begierden – Hunger, Reichtum, Schlaf, Ruhm und Sinnlichkeit – erleben.
Der Name der Arbeit DOKU ist dem Japanischen „Dokusho Dokushi“ entlehnt und bedeudet sinngemäß etwa „Wir kommen allein auf die Welt, wir gehen allein“ und entstammt dem Sutra des unendlichen Lebens.
Die vielen neuen Eindrücke konnten wir im Anschluss im Cafe Biemel austauschen, was vorzeitig bereits geöffnet hatte.
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